Routing-Agent: Aufgaben smart zum besten Agenten leiten

Route jede Anfrage anhand klarer Kriterien an den passenden Agenten oder das passende Tool und verbessere Qualität, Tempo und Kosten.
Auf dieser Seite
  1. Kern des Patterns
  2. Problem
  3. Lösung
  4. Wie es funktioniert
  5. Im Code sieht das so aus
  6. So sieht das während der Ausführung aus
  7. Wann es passt - und wann nicht
  8. Passt
  9. Passt nicht
  10. Wann Routing verwenden (vs andere Patterns)
  11. Wie man es mit anderen Patterns kombiniert
  12. Kurz gesagt
  13. Vorteile und Nachteile
  14. FAQ
  15. Was als Nächstes

Kern des Patterns

Routing-Agent ist ein Pattern, bei dem ein Agent auswählt, welcher andere Agent oder welches Tool eine Aufgabe ausführen soll.

Wann sinnvoll: wenn zunächst der beste Ausführer oder das passende Tool für eine konkrete Aufgabe gewählt werden muss.


Statt alles selbst auszuführen, macht er Folgendes:

  • analysiert die Aufgabe
  • bestimmt, wer sie ausführen kann
  • übergibt sie an den passenden Agenten

Routing-Agent: Auswahl zwischen Agenten

Problem

Stell dir vor, im System gibt es mehrere Spezialisten:

  • UI Agent für Frontend-Aufgaben
  • Finance Agent für finanzielle Berechnungen
  • Code Agent für technische Änderungen

Der Nutzer sendet unterschiedliche Anfragen, aber ohne Routing-Schritt landen sie nicht nach Spezialisierung, sondern bei einem "zufälligen" Ausführer.

Das Problem ist nicht, dass die Agenten schwach sind, sondern dass das System den richtigen Ausführer nicht stabil auswählen kann.

Dadurch gilt:

  • eine spezialisierte Anfrage geht an den falschen Agenten
  • die Qualität sinkt durch den Verlust von Spezialisierung
  • die Zeit steigt durch zusätzliche Versuche "außerhalb des eigenen Themas"
  • die Route wird unvorhersehbar

Genau darin liegt das Problem: Ohne kontrollierten Routing-Schritt kann selbst eine einfache Aufgabe vom "falschen" Agenten ausgeführt werden und ein schwaches Ergebnis liefern.

Lösung

Routing ergänzt vor der Ausführung eine eigene Auswahlstufe für den Ausführer.

Analogie: Das ist wie ein Dispatcher in einem Service-Center. Der Dispatcher repariert nicht selbst, sondern entscheidet, zu welchem Spezialisten die Anfrage geht. Genau das reduziert Fehler und unnötige Weiterleitungen.

Schlüsselprinzip: zuerst die richtige Wahl des Ausführers, dann die Übergabe der Aufgabe.

Der Router erledigt die Arbeit nicht selbst. Seine Rolle ist die Steuerung der Route:

  1. Analyse (Analyze): Anfrage klassifizieren
  2. Entscheidung (Decide): Agenten nach routing-rules auswählen
  3. Delegation (Delegate): Aufgabe an den Ausführer übergeben
  4. Umleitung (Fallback, bei Bedarf): Ausführer bei mismatch oder Fehler wechseln

Das Diagramm unten zeigt die Basisroute: Auswahl eines Ausführers und Übergabe der Aufgabe an ihn.

Das bringt:

  • höhere Genauigkeit durch Spezialisierung
  • weniger zusätzliche Schritte und geringere Latenz
  • eine transparente Route für Debugging und Kontrolle
  • geringeres Risiko von Fehlern bei der Ausführerwahl

Funktioniert gut, wenn:

  • klare Klassifizierungsregeln vorhanden sind
  • sich Agentenrollen nicht chaotisch überlappen
  • eine Fallback-Route definiert ist
  • der Routing-Schritt (Router) nicht direkt durch Nutzer oder Worker-Logik umgangen wird

Selbst wenn das Modell die Aufgabe "am liebsten" an den ersten verfügbaren Agenten geben würde, legt die routing-policy fest, wer sie tatsächlich ausführen soll.

Wie es funktioniert

Diagram

Der Router führt die Aufgabe nicht selbst aus.

Er übergibt sie nur an einen spezialisierten Agenten, der die Teilaufgabe über seinen eigenen Zyklus ausführt: Überlegung (Think) -> Aktion (Act) -> Beobachtung (Observe).

Beschreibung des vollständigen Flows: Analyze → Decide → Delegate

Analyse (Analyze)
Der Router bestimmt Aufgabentyp, Domäne und erforderliche Spezialisierung.

Entscheidung (Decide)
Das System wählt den passendsten Ausführer nach routing-policy und Confidence.

Delegation (Delegate)
Die Aufgabe wird an den ausgewählten Agenten übergeben, und der Router kontrolliert die Route bei mismatch/error.

Im Code sieht das so aus

PYTHON
agent = route(goal)  # Router klassifiziert das Goal und wählt einen spezialisierten Ausführer.

result = agent.run(goal)  # Die Ausführung macht der ausgewählte Agent, nicht der Router.
return result

So sieht das während der Ausführung aus

TEXT
Goal: "Wie viele Steuern müssen auf Freelance-Einkommen gezahlt werden?"
Analyze: Finanzaufgabe
Decide: Finance Agent auswählen
Route confidence: 0.92 (finance)
Delegate: System übergibt die Aufgabe an Finance Agent
Observe: Finance Agent liefert die Berechnung zurück

Goal: "Ändere die Farbe des Buttons auf der Landingpage"
Analyze: Frontend-Aufgabe
Decide: UI Agent auswählen
Route confidence: 0.89 (ui)
Delegate: System übergibt die Aufgabe an UI Agent
Observe: UI Agent liefert die aktualisierte Komponente zurück

Der Router wählt nur den Ausführer und übergibt die Aufgabe.

Die Ergebnisqualität hängt davon ab, wie korrekt diese Auswahl ist.

Vollständiges Routing-Agent-Beispiel

PYPython
TSTypeScript · bald

Wann es passt - und wann nicht

Passt

SituationWarum dieses Pattern passt
Aufgaben unterscheiden sich nach Typ oder KomplexitätDer Router wählt den Ausführer für einen konkreten Aufgabentyp, statt alles an einen Agenten zu senden.
Es gibt spezialisierte Agenten für unterschiedliche AufgabenRouting ermöglicht es, die Stärken jedes Agenten zu nutzen.
Ausführungsgenauigkeit ist wichtigDie richtige Ausführerwahl reduziert Fehler und Wiederholungen.

Passt nicht

SituationWarum dieses Pattern nicht passt
Alle Aufgaben sind gleichartigEin zusätzlicher Routenauswahlschritt bringt keinen Nutzen, wenn der Ausführer immer derselbe ist.
Im System gibt es nur einen AgentenRouting dupliziert einen direkten Aufruf und macht die Pipeline nur komplexer.
Routing beeinflusst das Ergebnis nichtWenn die Ergebnisqualität von der Ausführerwahl nicht abhängt, ist diese Schicht überflüssig.

Denn Routing fügt einen zusätzlichen Verarbeitungsschritt hinzu. Wenn Aufgaben sich nicht unterscheiden, verlangsamt es nur die Ausführung.

Wann Routing verwenden (vs andere Patterns)

Verwende Routing, wenn das Wichtigste ist, korrekt zu wählen, wem die Anfrage übergeben wird.

Kurzer Test:

  • wenn du "den besten Ausführer bestimmen" musst -> Routing
  • wenn du "eine Aufgabe durch klare Schritte führen" musst -> Orchestrator Agent
Vergleich mit anderen Patterns und Beispiele

Schnellübersicht:

Wenn die Aufgabe so aussieht...Verwenden
Es muss ein einzelner bester Ausführer gewählt werdenRouting-Agent
Es gibt eine Schrittfolge, und die Reihenfolge ist wichtigOrchestrator Agent
Vor dem Ergebnis ist ein Policy-Check nötigSupervisor Agent
Mehrere Agenten müssen zu einer gemeinsamen Schlussfolgerung kommenMulti-Agent Collaboration

Beispiele:

Routing: "Kunde fragt nach einer Rückerstattung - an Billing senden, nicht an Sales".

Orchestrator: "Bereite den Release vor: zuerst Changelog, dann QA, dann Deployment".

Supervisor: "Vor dem Versand einer E-Mail prüfe Richtlinien, Compliance und verbotene Zusagen".

Multi-Agent Collaboration: "Marketing, Legal und Product müssen sich auf einen finalen Promo-Text einigen".

Wie man es mit anderen Patterns kombiniert

  • Routing + Task Decomposition - zuerst wird die Aufgabe in Teile zerlegt, dann leitet Routing jeden Teil an den passenden Agenten weiter.
  • Routing + Orchestrator - Routing wählt den Ausführer, Orchestrator koordiniert parallele Aufgaben und deren Abhängigkeiten.
  • Routing + Supervisor - Supervisor prüft, ob die Ausführerwahl mit Richtlinien und Risikoniveau übereinstimmt.

Kurz gesagt

Kurzfazit

Routing-Agent:

  • Analysiert die Aufgabe
  • Wählt den passenden Agenten
  • Übergibt sie zur Ausführung

Vorteile und Nachteile

Vorteile

leitet Aufgaben schnell an den richtigen Agenten weiter

entfernt unnötige Schritte

verbessert die Antwortzeit

neue Routen lassen sich leicht hinzufügen

Nachteile

ein Routing-Fehler schickt die Aufgabe in die falsche Richtung

Routing-Regeln müssen gepflegt werden

komplexe Fälle brauchen Ausnahmen

FAQ

Q: Kann der Router die Aufgabe selbst ausführen?
A: Nein. Er bestimmt nur, wer sie ausführen soll.

Q: Braucht man Routing, wenn es nur einen Agenten gibt?
A: Nein. In diesem Fall fügt es einen unnötigen Schritt hinzu.

Q: Kann die Route während der Ausführung geändert werden?
A: Ja. Wenn der ausgewählte Agent die Aufgabe nicht ausführen kann oder einen Fehler zurückgibt, kann der Router sie an einen anderen Agenten übergeben.

Was als Nächstes

Routing ermöglicht die Auswahl des passenden Agenten.

Aber was tun, wenn Aufgaben parallel ausgeführt werden müssen?

⏱️ 9 Min. LesezeitAktualisiert Mär, 2026Schwierigkeit: ★★☆
Praktische Fortsetzung

Beispiele zur Musterimplementierung

Setze das Thema direkt mit Beispielprojekten um.

Integriert: Production ControlOnceOnly
Guardrails für Tool-Calling-Agents
Shippe dieses Pattern mit Governance:
  • Budgets (Steps / Spend Caps)
  • Tool-Permissions (Allowlist / Blocklist)
  • Kill switch & Incident Stop
  • Idempotenz & Dedupe
  • Audit logs & Nachvollziehbarkeit
Integrierter Hinweis: OnceOnly ist eine Control-Layer für Production-Agent-Systeme.
Autor

Diese Dokumentation wird von Engineers kuratiert und gepflegt, die AI-Agenten in der Produktion betreiben.

Die Inhalte sind KI-gestützt, mit menschlicher redaktioneller Verantwortung für Genauigkeit, Klarheit und Produktionsrelevanz.

Patterns und Empfehlungen basieren auf Post-Mortems, Failure-Modes und operativen Incidents in produktiven Systemen, auch bei der Entwicklung und dem Betrieb von Governance-Infrastruktur für Agenten bei OnceOnly.